Archiv für Juni 2010

Töne hängen noch.

töne

klang

Töne hängen noch.
In meinen Ohren, an meiner Kleidung, an meinem Körper.
Ich kann sie nicht wegwaschen,
die Gedanken, die Ideen, den Versuch, ein anderes Leben zu leben.
Und ich will sie nicht wegwaschen.
Töne hängen mich auf, ich hänge mich an Tönen auf.
Weil ich viel lieber wieder dort wäre,
dort, wo Mohn zwischen Getreide wächst.
Dort, wo ich von der Sonne geweckt werde.
Wo wir darüber reden können, wenn wir nicht klarkommen.
Wo nicht die Faust im Gesicht und das Blut am Rücken
Kommunikation genannt wird.
Ich will viel lieber, dass mich Töne umgeben.
Aber so lange bleibt mir nur,
dass sie in meiner Erinnerung hängen geblieben sind.

Danke dafür, Sonne. Danke euch allen.
Rosali Beration

Die ewige Aufarbeitung eines Ereignisses dauert an…

06.03.2009
Gefühle: im Moment voller Wut, Trauer, Fremdgefühle, Hass vor „Menschen“ in Uniformen, Hass vor dem System, was Menschen zu Maschinen macht, kein Verständnis, Verständnis, Schmerz, Wut, Frust, Schmerz, Leere…
Liebe

„Recht?“ was ist Recht? Was ist rechtsmäßig? Nur weil etwas vom Gesetz erlaubt sei, heißt noch lange nicht, dass es moralisch korrekt ist. Und Folter? Psychologische Folter? Auch wenn nicht rechtsmäßig, wer korrigiert die Ungerechtigkeit, wenn die „Gesetzeshüter“ die Täter_innen sind? Wollen sie sie korrigieren? WER sind SIE?? und dabei ging es mir im Vergleich relativ gut noch…

Alle zeigen auf Gesetze, schieben die Schuld von sich weg, lehnen ihre eigene Moral ab…wie konnten die 5 in der Nacht zum 22.02 schlafen? „Wir wollen Ihnen gar nicht weh tun…Sie zwingen uns dazu.“ Ob sie das wirklich geglaubt haben? Wenn ja, was sagt das aus?

Im Transporter: „nicht jeder Gefangener kriegt so eine schöne Stadtsrundfahrt.“ und ich denk mir dabei…ich sehe nichts als Tod, als Leere…wie können sie so blind sein. Fernseher an, Hirn aus…war das Hirn jemals an, wer hat es für sie ausgemacht?

Mitleid. Kann mensch das noch „Mitleid“ nennen, wenn sie nicht mal wissen, dass sie leiden?

Wer korrigiert die Ungerechtigkeit, wenn die „Gesetzeshüter“ die Täter_innen in ihrer Tat unterstützen? Wollen sie sie korrigieren? Nochmal, WER sind SIE?? und dabei ging es mir im Vergleich relativ gut noch… es ging uns alle relativ gut noch. Aber wir leben jetzt mit einer Leere…

ich wiederhole mich…ständig… in Wort, im Kopf
ob ich mit alle dem zurecht komme? Womit?

Einschränkung, Verlust, Liebe, Hass, Frust, Schmerzen, Leere, Ungerechtigkeit…
„Ungerechtigkeit“…ich mag das Wort nicht, fällt mir gerade schon wieder auf…ich will nicht auf meine „Rechte“ bestehen müssen, die „Rechte“ der Natur, Tier“rechte“, unsere „Rechte“…Rechte implizieren ein System und vom System halte ich nicht so viel, auch als Kind schon nicht…ich wollte weg, ich wusste ich war nicht frei…wir sind alle in einem Käfig, ein Käfig von Recht und Unrecht, gut und böse, Mann/Frau, wild/zivilisiert, unsere „Freiheit“ liegt in unseren Konsumentscheidungen
wir schauen alle hilflos zu, während die Welt um uns herum in sich zusammen bricht und wir brechen innerlich zusammen oder schweigen, erblinden, unterdrücken…unsere Ängste

steh bloß nicht auf…du wirst sonst vom System wieder herunter verprügelt…das lehren sie uns, das wollen sie uns lehren…wo kommen die Befehle her??
aber es ist es wert…es ist es wert… …steh auf
wer ist denn das System? Das System kann nur mit unserer Zustimmung existieren…wenn wir ALLE aufstehen würden…was dann? Die Blindheit fängt aber in der Kindheit an…da wird das Hirn routinemäßig, in Fließbandarbeit, oft unbemerkt und total schmerzlos ausgeschaltet…wie schalten wir sie weitbreitig wieder an?

Fuck them. Fuck diese Schmerzen, die Unbeweglichkeit, diese Starre. Mein klein bisschen Widerstand bedeutet nichts? Vor meinem kleinen bisschen Widerstand haben sie am meisten Angst. Wie frustriert sie waren, als sie mich nicht überwältigen konnten…
“wir müssen ihr mehr Schmerzen hinzufügen“
„wir müssen ihre Wille brechen“
„irgendwann gibt sie auf“
fuck them. Hass. Trauer, weil ich Hass fühlen kann. Kein Verständnis. Maschinen. sich hinter einem Uniformen versteckend, sich aufpustend, stark, machtvoll fühlend…im „Recht“ fühlend…wegen einem Blatt Papier und einem Uniformen… Hass, weil ich gegen ihr Machtspiel kämpfen musste, meine Macht zeigen musste, „gewinnen“ musste. Widerstand gegen die Staatsgewalt… das ich nicht lachen muss… das ich nicht kotzen muss.

Bekämpft mensch Gewalt mit Gewalt? Was wenn einem keine andere Wahl gegeben wird? Und wenn mensch alleine ist, wenn einem die Chance beraubt wird? Wir kämpfen weiter…auf allen Ebenen, halten zusammen, passen aufeinander auf.