Archiv für Juli 2010

Eine Antwort auf Dirk Kurbjuweits Essay „Die Zähmung der Bestie“

Eine Antwort auf Dirk Kurbjuweits Essay „Die Zähmung der Bestie“ DER SPIEGEL 27/2010

„Weil die deutsche Öffentlichkeit wegen der beiden Weltkriege besonders empfindlich ist, hat die Bundeswehr sogar versucht, einen neuen Soldatentypus zu schaffen: den guten, gutmütigen Krieger, den Mann mit der Rose im Gewehrlauf, nett, hilfreich, bestienfrei“

„Repräsentative Demokratie heißt eben auch, dass man die folgenschweren Entscheidungen den Politikern überlässt. Nur sie bringen die professionelle Kühle auf, die notwendig ist. Diese Entscheidungen müssen sie dann der Bevölkerung erklären.“

„Traurig ist etwas anderes. Es gibt in Deutschland kaum noch ein leidenschaftliches Verhältnis zur Demokratie und zur Freiheit. Für die Griechen war es ein Vorteil, dass sie als Demokraten in den Kampf gegen die Perser gezogen sind. Die deutsche Friedensbewegung dagegen hat den Satz erfunden: Lieber rot als tot. Mit diesem Satz hat der Pazifismus die Demokratie verraten.“

Auszüge aus dem Essay

Jetzt liest es sich wieder in den Blättern
was die Meister schreiben.

Vergessen
die schwarze Milch in der Frühe

am Morgen, am Abend
die ihr nie trinken musstet
aber
so viele andere.

Jetzt liest es sich wieder in den Blättern
seid Lieber tot als rot

Erinnert
ihr euch der Dolchstoßlegende?

Industrieller Mord
ihr wurdet nicht zu Asche
aber
so viele andere.

Wer aus dem Faschismus die Lehre zieht, das Krieg notwendig ist
und Pazifismus ein Verbrechen
Missbraucht 50 Millionen Opfer des faschistischen Regimes
Und wer das vergisst, oder vergessen will
wird gemahnt mit Brecht

Und die da reden vom Vergessen
und die da reden vom Verzeihn
denen schlage man die Fressen
mit schweren Eisenhämmern ein